Über mich

 Mein Name ist Rebecca Labor und ich lebe seit 2010 im Raum Aalen im Ostalbkreis. Ich habe 2006 mein BA Studium der Visuellen Kommunikation in Leeds, Großbritannien beendet und arbeite momentan in einer bekannten Werbeagentur in Schwäbisch Gmünd, mit dem Spezialgebiet Verpackungsdesign. Sollten sie regelmässig Bio-Lebensmittel oder Naturkosmetik kaufen, stehen die Chancen gut, dass sie meine Arbeit bereits in der Hand hatten.

Nach meiner Rückkehr aus Großbritannien im Jahr 2010 habe ich die Keramik entdeckt und bin diesem Schaffensbereich hoffnungslos verfallen. Die Gegenständlichkeit des Mediums Ton ist der perfekte Gegenpol zu meiner inzwischen rein digitalen Arbeit als Grafikerin. Hier überlagern sich mit der Form, der Oberfläche und der Funktion eines Gegenstandes drei Gestaltungsebenen. Aus dieser Überlagerung entsteht die quasi unbegrenzte Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, die den Reiz der Keramik für mich ausmacht.  

 

Ware im TrockenregalUngebrannte Stücke trocknen viele Tage im Regal bevor sie geschrüht werden können.
Dekorierte GefäßeManche Dekoration erfolgt schon auf den rohen, ungebrannten Ton
GlasurtestNeue Glasurrezepte werden zuerst in kleinen Mengen angemischt und auf sogenannten Pröbchenständern getestet
PröbchenständerringEin auf der Scheibe gedrehter Ring wird zerschnitten um Pröbchenständer für Glasurtests zu erhalten.
Mißratene GlasurLeider ergeben die meisten Tests nur herbe Enttäuschungen. Sie sind jedoch immer aufschlußreich.
Glasierte Stücke im OfenNach dem Glasieren werden die Stücke vorsichtig im Ofen platziert. Dann heisst es 36 Stunden geduldig warten und Daumen drücken.



Von Ton zu Keramik

Fast alle meine Arbeiten beginnen auf der Töpferscheibe. Nach einer gewissen Trocknungszeit werden sie abgedreht, das heißt, mit eleganten Standfüßen versehen und oft durch Reliefs oder Engobenmalerei verziert. Nach dem Schrühbrand folgt dann der Glasurbrand, der das Stück vollendet.

Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten kann viel passieren. Feuchter Ton neigt dazu, sich beim Trocknen zu verziehen oder zu reißen. Getrockneter, aber ungebrannter Ton ist sehr empfindlich und kann durch einen falschen Griff zerstört werden. Am heikelsten ist jedoch der abschließende Glasurbrand. Ein paar Gramm zuviel von einem Rohstoff im Rezept, ein Krümel, der nicht ausgesiebt wurde, Luftbläschen vom falschen Aufrühren, ein Hauch verbliebene Glasur auf der Standfläche... Ein Dutzend Kleinigkeiten können von ärgerlichen optischen Fehlern bis hin zur völligen Zerstörung eines Stücks führen. Und das im allerletzten Arbeitsschritt, wenn man sich fast am Ziel wähnt.

Und doch ist es genau dieser schwierige Prozeß, der den Reiz der Keramik ausmacht. Ein von Rand bis Fußring gelungenes Stück ist eine herrliche Belohnung für all die Mühen und Entschädigung genug, für all den vorhergegangenen Frust.


Die Suche nach der perfekten Glasur

Glänzend, seidenmatt, steinmatt. Das sind nur einige der Charakteristiken, die eine Glasur aufweisen kann. Neben ihrer Farbe, ist es vor allem die Haptik einer Glasur, die mich interessiert. Wie ein Gewand umhüllt sie den Körper eines Stücks und bringt ihn erst richtig zur Geltung. Sie ist das erste, was man sieht, an ihr führt kein Weg vorbei. Eine gute Glasur kann ein hässliches Stück nicht retten, aber eine missratene Glasur ist das Aus für jede noch so gelungene Arbeit. 

Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit Glasurchemie, einem schier endlos umfangreichen Thema, das etwas von einer Schatzsuche hat. Die Werkzeuge sind geduldiges Testen und akribische Notizen, der Schatz ist eine Glasur, die mit ihren Eigenschaften das perfekte Gewand für ein zukünftiges Stück ergibt.


   

 

 Weitere Eindrücke aus der Werkstatt